Der Maulbeerbaum


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Der Maulbeerbaum


Gedanken zu Jesu Gleichnis in Lukas 17




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    Lesen wir zu Beginn dieser kurzen Betrachtung das Wort Jesu in Lukas 17, 1 - 10, wobei die Auslegung ihr Augenmerk zunächst auf den 5. Vers legen möchte.


  1. Weiter sagte Er zu Seinen Jüngern: »Es ist undenkbar, dass keine Fallstricke kommen; indessen wehe jenem Menschen, durch den sie kommen!
  2. Zuträglicher wäre es für ihn, wenn ihm ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geschleudert würde, als dass er einem dieser Kleinen Anstoß gibt.
  3. Gebt auf euch selbst acht! Wenn nun dein Bruder sündigt, so verwarne ihn; und wenn er umsinnt, vergib ihm!
  4. Selbst wenn er am Tag siebenmal an dir sündigt und siebenmal zu dir zurückkehrt und sagt: Ich sinne um, - so sollst du ihm vergeben.«
  5. Da sagten die Apostel zum Herrn:
  6. »Verleihe uns mehr Glauben!« Der Herr aber antwortete: »Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, würdet ihr diesem Schwarzmaulbeerbaum gebieten: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.«
  7. Wer von euch, der einen Sklaven beim Pflügen oder Hirten hat, wird ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, gebieten: Komm sofort herbei und lass dich zu Tisch nieder!
  8. Sondern wird er ihm nicht gebieten: Bereite mir zu, was ich als Mahlzeit haben soll! Umgürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe; danach kannst auch du essen und trinken.
  9. Hat er etwa Dank für den Sklaven, dass er die Anordnungen ausgeführt hat? Ich meine nicht!
10. So auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch angeordnet war, dann sagt: Wir sind unbrauchbare Sklaven, wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren.«

    Man sollte bei der eigenen Lektüre die letzten Verse aus dem vorhergehenden Kapitel mit einbeziehen.

    Verschiedentlich ist Lukas 17. 5 und 6 auf sich gestellt ausgelegt und dabei dahingehend verstanden worden, daß es Anzeichen eines biblischen Glaubens sei, Dingen oder auch geistlichen Zusammenhängen erfolgreich „befehlen” und damit veranlassen zu können, dieses oder jenes zu tun; wer diese Sicht nicht aufzuweisen habe, der besitze auch keinen wirklichen Glauben. Wir wollen diese Worte jedoch im Kontext betrachten, wie jede Auslegung nur dann zielführend sein kann, wenn sie diesen Kontext nicht nur beachtet, sondern ihn auch versteht und glaubend ergreift. Es geht hier nämlich durchaus nicht etwa darum, durch eigenes „Befehlen” oder „Gebieten” Dinge zu „versetzen”, sondern – grob zusammengefaßt – um das Ausreißen einer Wurzel. Wie so vieles, so ist auch dies hier ein Gleichnis und damit eine Bildrede, die hinter diesen Bildern stehende Wirklichkeiten ausdrücken will, und damit keine Anweisung zu willkürlich forcierten, buchstäblich verstandenen Veränderungen, schon gar nicht zu solchen im geistlichen Bereich. Wer solche Dinge betreibt, der bewegt sich auf dem Boden der Zauberei, welche Gott ein Greuel ist; sie ist also gefährlich, gerade auch dann, wenn man sie irreführenderweise als „christlich” oder gar „biblisch” verbrämt hat. Wir kommen noch darauf, nicht nur, wie die oben angeführte Wurzel auszureißen ist, sondern auch, woher sie kommt und, daraus resultierend, wie sie heißt und was sie im Grunde ist.

    Im Äußerlichen zunächst, das aber zugleich auf den geistlichen Inhalt schließen läßt, dreht sich alles um den Schwarzen Maulbeerbaum (bot. morus nigra L.), dessen Wurzeln außergewöhnlich stark im Erdreich verankert sind, so daß ihn niemand ausreißen kann; deren Rinde ist scharf und bitter. Dieser Baum wird weitab von Quellen gepflanzt, damit er anderen Pflanzen wegen seiner weitreichenden Wurzeln nicht das Wasser nimmt. Es geht in diesem Gleichnis eben nicht um das mechanistisch verstandene eigene Auswirken so genannten „Glaubens” der Wort-des-Glaubens-Doktrin nach Hagin und dessen Nachfolgern, sondern um das Wesen jener „bitteren Wurzel”, die auch der Hebräerbrief (Hbr 12. 14 - 15) thematisiert, welche nur durch Vergebung, siebenmal (siebzig), wie der Herr dies hier und andernorts bildhaft demonstriert, beseitigt werden kann. Denn Vergebung braucht es, wie der erste Vers, vom vorherigen Kapitel her kommend, dies gerade mit den Fallstricken (Luther übersetzt verflachend mit Ärgernissen) impliziert, die immer wieder geschehen und die Gottes „Wehe” zur Folge haben müssen für den, auf den sie jeweils zurückzuführen sind.

    Es geht dabei um Schuld und darum um Gottes und um unser Vergeben gleichermaßen. Denn die Siebenzahl, die bei Matthäus durch das Multiplizieren mit der Zahl Siebzig noch überhöht wird, zeigt die Vollkommenheit an, aus der ein solches Vergeben nur kommen kann: aus Gottes Vergeben selbst. Darum steht diese Anweisung auch in genau diesem Kontext; ihr wird in den Versen 1 - 4 geradezu der Boden bereitet, so daß eine jegliche Auslegung, die diesen Grund übersieht, fehlgehen muß. Das unreflektierte geistliche Befehlen von Wunderwerken ist hier also gerade nicht gemeint; es geht nicht um Schauwunder, sondern um geistliche Wahrheiten. Wer also – nach Vers 6 – tatsächlich zu jenem, aus bitterer Wurzel heraus wachsenden Baum sprechen will, daß er weiche, dem helfen nicht Vorwitz und Hoffahrt, sondern nur Demut vor Gott und voreinander: hier greift der Glaube, den Jesus meint; es ist nicht der Glaube, dem noch etwas „hinzuzufügen” wäre, sondern der Senfkorn-Glaube, der so unscheinbar ist, daß Jesus ihn von seiner Größe her mit dem gerade noch faßbaren, kleinstmöglichen Maß vergleicht, dem Senfkorn nämlich, von dem es etwa 700 braucht, um ein Gramm nach heutigem Maß vollzumachen. Und in der Tat braucht es Glauben, nämlich einen solchen, der damit rechnet, daß solches Vergeben Gottes wirksam sei und uns, die Schuldner, davon heile, wiederum schuldig zu werden – aneinander und damit an Gott selber.

    Und so bricht der Gedanke der Schuld und des Schuldner-Seins hier nicht ab, sondern setzt sich auf anderer, der jüngerschaftlichen Ebene fort, was sich freilich viel besser verstehen läßt, wenn wir den damaligen Hintergrund einer Gesellschaft leibeigener Sklaven einerseits und ihrer Herren und Besitzer andererseits berücksichtigen, in den hinein diese Worte, als an die Jünger gerichtet, gesprochen worden sind. Schuldig bleiben wir alle, dies aber einem ganz anderen, und zwar unserem Herrn. Es ist das Bild von dem Knecht – wörtlich: doulos, dem Sklaven –, der von seinem Herrn zum Tun angehalten wird, das Jesus hier verwendet: Ganz ohne Zweifel ist Jesus darin der Herr und Seine Jünger die Knechte oder, wie wir oben konkretisiert haben, die Sklaven; denn auch wenn das Kreuzereignis hier noch vor ihnen steht, hat Er sie doch mit Seinem eigenen Blut erkauft; mithin sind sie Sein Eigentum; Er kann mit Seinem Eigentum also machen, was Er will. Diesen Sklaven obliegt es, ihrem Herrn zu dienen; darauf allein sollen sie ihr Augenmerk richten; erst danach kommt ihr Teil, aber dann kommt es auch. Und auch hier geht es nicht darum, daß die Jünger von sich aus etwas sagen, sondern der Herr sagt etwas, der damit die Warnung, sich nicht zu rühmen, anfügt: „Wir sind unnütze Knechte”, das ist hier das einzige, was die Jünger sagen sollen; „wir haben nur getan, was zu tun wir schuldig waren”.


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Verwendete Bibelübersetzungen und Hilfsmittel

Wo nicht anders angegeben, wurden für das Neue Testament, das Erste und Zweite Buch Mose, die Psalmen, die Propheten Jesaja und Daniel die folgenden Ausgaben der Konkordanten Übersetzung verwendet:

Konkordantes Neues Testament mit Stichwortkonkordanz

6. Auflage 1995, Alle Rechte vorbehalten

Konkordantes Altes Testament, Das Erste und Zweite Buch Mose

2. erw. Auflage


Konkordantes Altes Testament, Die Psalmen

1. Auflage 1994


Konkordantes Altes Testament, Jesaja

Studienheft mit transliterierten göttlichen Titeln

3. Auflage


Konkordantes Altes Testament, Daniel

1. Auflage 1991

Konkordanter Verlag Pforzheim

Leipziger Str. 11

75217 Birkenfeld


An allen anderen Stellen wurden verwendet:


Elberfelder Übersetzung (Unrevidierte Version)

Die Heilige Schrift Aus dem Grundtext übersetzt”

73. Auflage 1993


Revidierte Elberfelder Übersetzung

Verlag R. Brockhaus, Wuppertal


Schlachter - Übersetzung

Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments / Unter Berücksichtigung der besten Übersetzungen / Nach dem Urtext übersetzt von Franz Eugen Schlachter / Neu bearbeitet und herausgegeben durch die GENFER BIBELGESELLSCHAFT, Genf 1985” sowie


„Die Bibel / Übersetzt von Franz Eugen Schlachter nach dem hebräischen und griechischen Grundtext mit Parallelstellen und Studienhilfen / Version 2000 / Neue revidierte Fassung / GENFER BIBELGESELLSCHAFT, Genf 2003”


Die Geschriebene des Alten und des Neuen Bundes

Übersetzung von Fritz Henning Baader, 3. (überarbeitete) Gesamtausgabe 1998

Copyright 1998 by F. H. Baader, 75328 Schömberg


Novum Testamentum Graece

Nestle - Aland, 26., neu bearbeitete Auflage 1979-1988

Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten


Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament

Hrsg. Gerhard Kittel u. a.

Verlag Kohlhammer, Stuttgart u. a., 1933-1969ff.




Lieber Bruder, liebe Schwester!

Wir hoffen, daß die vorliegenden Bibelstudien Euch zum Segen geworden sind und unser HERR Jesus Christus Euch damit in Seiner Liebe neu begegnet ist und berührt hat, so wie auch wir von Ihm berührt worden sind.

Gleichzeitig bitten wir Euch aber auch, selbst in der Schrift nachzuforschen, ob es sich so verhält (Apg 17. 11). Gottes Wort ist so voll unerschöpflichen Reichtums, daß wir ganz bestimmt nicht auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit dieses Bibelstudiums bestehen. Denn allein in Christus sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen (Kol 2. 3).

Wir wünschen uns, daß sich dieser Reichtum in Eurem Leben entfaltet und Ihr so nicht nur zu Schatzsuchern, sondern zu Schatzhebern werdet.

Wenn Ihr aus diesen Bibelstudien etwas empfangen habt und sie an Geschwister weitergeben wollt, die ebenfalls „Hunger” danach haben, so bitten wir Euch, das sehr verantwortungsbewußt und mit göttlicher Liebe und Weisheit zu tun. Benutzt diese Bibelstudien nicht, um einen „Krieg” zu entfachen, Geschwister zu verwirren und zu trennen. Bitte bedenkt, daß unser HERR voller Gnade und Sanftmut mit Jedem von uns Seinen eigenen Weg geht und ER aussucht, wann wir welcher „Nahrung” bedürfen. Wir möchten auf Johannes 10. 8 hinweisen: Jesus sagte: „Alle, die Mir zuvorkommen wollten, sind Diebe und Wegelagerer; die Schafe jedoch hörten nicht auf sie.” Werden wir zu solchen, dann haben wir die Liebe verlassen, die wir unseren Brüdern und Schwestern schuldig sind. Hört also bitte auf das Reden unseres HERRN Jesus Christus und gebt diese Bibelstudien weiter, wenn ER Selbst dafür eine Tür aufgetan hat.

Bitte beachtet dabei die folgenden drei Dinge:

1. Gebt diese Studien kostenlos weiter, auf welchem Wege auch immer Ihr wollt, aber nehmt nichts als Gegenleistung dafür (Mt 10. 8 - 9).

2. Bitte gebt diese Studien unverändert und vor allem vollständig weiter. Einzelne Bruchteile könnten durchaus, da sie aus dem Zusammenhang herausgenommen worden sind, mißverstanden werden. Solche Mißverständnisse können Schaden anrichten.

3. Diese Studien dürfen nicht in irgendwelchem Zusammenhang mit kommerzieller oder sonstiger Werbung veröffentlicht werden.

Diese Schrift ist am 13. 10. 2013 zuletzt bearbeitet worden.

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